politicsgermany im NRW-Landtag

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Kurz vor der Sommerpause veranstaltete der NRW-Landtag am 06./07. 07. den Tag der offenen Tür (der folgende Artikel bezieht sich auf den 06.07.).

Vom Wahlkampf war im bürgerlichen Lager wenig zu spüren: Die CDU war kaum präsent, der FDP fiel nichts besseres ein, als eine Schuldenuhr aufzustellen. Wohingegen die Grünen neben Kuhmelken auch eine Menge Infomaterial boten. Die Fraktion leidet aufgrund der Wahlerfolge allerdings unter Platzproblemen im Fraktionssaal. Der Nachteil des Erfolgs.
Die Sozialdemokraten hingegen boten Führungen mit Abgeordneten an, stellten die Geschichte ihrer Partei dar und rechneten vor, wie viel ein Abgeordneter im Monat verdient. Brutto sind es ungefähr 10.000 Euro, doch nach Abzug der Kosten für Präsente, Wahlkreisbüros, Parteibeiträge, Mitarbeiter (keine Familienangehörigen zugelassen) und Steuern bleiben nur noch circa 3.500 übrig. Ein Gegensatz zur vorherrschenden Meinung, ein Abgeordnteter lebe im Himmel.
Interessant präsentierten sich die Piraten. Besonders hervorzuheben ist, dass der Fraktionsvorsitzende Dr. Joachim Paul als einziger prominenter Politiker aller Parteien zugegen war. Dieser beklagte sich über die Medien, welche sich hauptsächlich auf die Personaldebatten konzentrierten und nicht auf die Inhalte seiner Partei. Herr Steinbrück kann ein ähnliches Lied singen. Auch kritisierte Dr. Paul die Oppositionsarbeit von Schwarz-Gelb, die immer nur auf Rot-Grün einschlügen und sich beschwerten, die Piraten würden nicht mitmachen. Doch Kooperation ist möglich. Beispiel ist der Integrationsausschuss, wo laut der dortigen Obfrau der Piraten, Brand, alle Fraktionen Lösungsorientiert arbeiteten (abgesehen von der CDU).

Fazit: Alle Parteien hatten Taschen und Kugelschreiber, doch am besten präsentierten sich Piraten und SPD. Die Piraten konnten in Sachen Anwesenheit von Abgeordneten, sowie mit einem ansprechend gestalteten Fraktionssaal, der zum Gepräch einlud, punkten. Auch die SPD gab sich Mühe, es war sogar ein Rätsel über die Vorlieben der Abgeordneten (z.B. über Fußballverein oder Essen) zu lösen.

PS: Bei den Piraten möchte ich mich für die Tasse bedanken.

Autor: Henri Koblischke

Hi, ich bin Henri und schon seit langem politikinteressiert. Da mir auch Schreiben Spaß macht, habe ich den Blog www.politicsgermany.com aufgebaut. Hier kommentiere ich mit anderen Interessierten die aktuellen Ereignisse in Deutschland, Europa und der Welt. Neben meiner Web- und IT-Affinität bin ich auch ganz analog als Geocacher unterwegs ;)

Ein Kommentar

  1. Phantastische Wahlkampfkritik, kluge Formulierungen und ein Lichtblick am Himmel des immer dröger und langweiliger werdenden Politik- Journalismus.
    Ich freu mich auf mehr.

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