Über die Wahlplakate der Europawahl

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Bald ist es endlich wieder so weit. Am 25.5. sind Wahlen. Au ja, da freuen wir uns drauf. Die Karten werden neu gemischt, das Europaparlament wird wieder gewählt. Lustigerweise kämpfen am besagten Datum 25 Parteien um einen erneuten Einzug ins Parlament. Und was darf bei so einem Wahlkampf natürlich nicht fehlen? Exakt: ein erbitterter Fight um die Stimmen der Wähler! Leider sind die Parteien immer noch der Meinung, die Stimmen der Bürger durch Plakate zu erschnorren.

Wie schon im letzten Jahr betrachten wir von politicsgermany die Wahlplakate etwas genauer. Oft sind auf deutschen Straßen alle drei Meter fünf Wahlplakate aufgehängt. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, findet man meist bloß inhaltslose Slogans. „Der Wähler braucht ja nicht zu wissen was wir vorhaben, soll lediglich mit schönen, nichtssagenden Worten eingelullt werden“. Leider wohl das einzige, was sich so manche Partei bei ihren Plakaten gedacht hat.

Ein Beispiel dafür ist unsere geliebte CDU. Die Kreativität ihrer Wahlplakate ist nicht zu übersehen. Ein Bild von „Mutti“ und der wunderbare Satz: „Gemeinsam erfolgreich in Europa“. Wenn Sie sich jetzt fragen, was daran so kreativ ist, dann müssen Sie dieses Plakat mit dem der Bundestagswahlen vergleichen. Damals gab es ein Foto von Merkel mit dem Satz: „Gemeinsam stark“. Bemerkenswert, es wurde von den Verantwortlichen tatsächlich geschafft, drei Wörter zu ergänzen. Dafür schon einmal ein dickes Lob. Das wirklich Traurige ist allerdings, dass die Partei damit Erfolg hat. In der letzten Woche lagen sie bei beachtlichen 38 Prozent. Inhalte scheinen kaum noch von Belang zu sein, die Politik der Person ist anscheinend die Zukunft der Demokratie. Noch schlimmer ist die Wählertäuschung, denn Merkel tritt — Stand heute — nicht bei der Europawahl an.

Ein bisschen mehr Mühe in Sachen Inhalt hat sich der Koalitionspartner gemacht. Auf den Plakaten der SPD finden sich immerhin Wörter wie „Demokratie“, „Arbeitslosigkeit“, oder „Geld“. Alles Dinge, die man mit Inhalten assoziieren kann. Zwar ist das Gesamtbild der Plakate auch nicht wirklich abwechslungsreich, aber immerhin ein Fortschritt gegenüber der Union. Es gibt mehr als nur ein Plakat. „Ein Europa der Menschen, nicht des Geldes“, oder „Ein Europa des Miteinanders, nicht des Gegeneinanders „. Man erkennt immerhin oberflächlich, um was es den Sozialdemokraten geht: Um Chancengleichheit und Soziales. Das sind zumindest Ansätze, die für etwas stehen. Die Sozen schaffen es sogar, auf ihren Plakaten Parallelismen zu verwenden. Nicht schlecht. Positiv ist zu vermerken, dass diese Partei es schafft, nicht mit ihrem Parteivorsitzenden zu werben. Obwohl, das wäre auch eine Zumutung gegenüber dem Wähler, wenn er unterwegs ist und ständig den Gabriel sehen muss. Danke, dass mal jemand an den Wähler denkt. Aber zugegeben, der Burner sind die SPD-Plakate nicht.

Doch mehr Inhalte als die SPD bringt nur die Linke aufs Plakat. Klipp und klar wird gesagt, wofür man steht. Das ist doch mal Politik. Klare Ansagen und nicht dieses Hin und Her, Inhalte ja oder nein, wie bei so manch anderer Partei (CDU). „Frieden sichern, Millionäre besteuern, Altersarmut verhindern, Beschäftigungen schaffen, Demokratie stärken.“ Was für ein Satz, der nur so von Überzeugung und Liebe zu Europa strotzt. Respekt, mit einem linken Haken werden Union und SPD in Sachen Inhalten niedergeschlagen.

Kommen wir nun weg von Inhalten und widmen uns den „interessanten“ Plakaten. Die Piraten sind ein Beispiel dafür. Auf einem Plakat äußert man sich gegen die Überwachung durch die NSA: „Ich Hase Überwachung“. Sollten Sie sich fragen, ob es sich dabei um einen Rechtschreibfehler beim Zitieren halten, dann muss leider gesagt werden , dass dem nicht so ist. Die meinen das tatsächlich ernst. Da hat wohl tatsächlich jemand die Rechtschreibung der Piraten erbeutet. Oder man richtet sich so an sein Publikum. Junge Leute, die nicht in der Lage dazu sind korrekt zu schreiben.

Die AfD zeigt sich auch im Moment wieder, wie wir sie kennen. Direkt und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Mit „Mut zur Wahrheit“ hetzt man gegen den Euro und Asylanten. Etwas anderes war auch nicht zu erwarten. So langsam braucht man den Vergleich mit der NPD nicht mehr zu vermeiden. Oder sehen Sie einen Unterschied zwischen „Die Schweiz ist für Volksentscheide. Wir auch!“ (AfD) und „Vorbild Schweiz. Masseneinwanderung stoppen. Volksabstimmung jetzt!“ (NPD)?

Zu guter Letzt noch die FDP. Das ist die Partei, die bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr so abgestürzt ist, und deren größter Traum es ist, mehr als die AfD zu holen (wichtig für die Psychologie). Mittlerweile wird für Stimmen gebettelt, wie auf den Straßen in Rio um Geld. „Geben Sie uns wenigstens für Europa ihre Stimme. Bewirken können wir eh nichts.“ Das ist gelebter Wahlkampf. Oder einfach nur absolute Verzweiflung.

Als Fazit für die diesjährigen Plakate lässt sich festhalten: Sie haben sich stets bemüht. Darüber hinaus ging nichts. Wer dann am Ende die Nase vorne hat, sehen wir am 25.5., wenn die Wahllokale geschlossen werden und die Plakate- Wochen später – endlich abgehängt werden. Bis dahin werden wir sie wohl oder übel noch ertragen müssen.

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