Intervention in Syrien: Hilfreich?

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Wiederholt ist in Syrien Giftgas eingesetzt worden. Das zumindest gilt als erwiesen. Daraufhin stellt sich die Frage, wer ist es denn gewesen?
Assad ist dies zuzutrauen. Er ist eiskalt, eine notwendige Voraussetzung für einen Diktator im Krieg mit der eigenen Bevölkerung. Allerdings sind auch die Rebellen nicht viel besser. Von Islamisten unterwandert und uneinig können auch sie Chemiewaffen eingesetzt haben.

Die rote Linie scheint überschritten. Besser wäre es aus heutiger Sicht gewesen, hätte man früher die demokratische Opposition aktiver unterstützt. Hinterher ist man aber bekanntlich klüger.
Leider wird zur Lösung des Bürgerkrieges wenig Hilfreiches beigetragen. Von „Finger am Abzug“ bis „Flächenbrand“ ist alles dabei. Die USA, Großbritannien und Frankreich, die alle wenig Hemmungen vor einer weiteren Eskalation zu haben scheinen, haben es auffallend eilig, den vermeintlich schuldigen Assad zu bestrafen. Es drängt sich die Frage auf, ob die Führer des Westens überhaupt sicher sind, dass Assad Chemiewaffen eingesetzt hat. Oder wollen sie vielmehr nur ihre Glaubwürdigkeit erhalten, politische Interessen durchsetzen, auf Kosten von Menschenleben?  Ein kurzfristiger Militärschlag nützt niemandem. Der Bürgerkrieg würde länger dauern, der Iran ebenfalls reagieren und Israels Sicherheit wäre stärker gefährdet. Zwischen den USA und Russland würde sich das Verhältnis weiter abkühlen.

Gibt es nun überhaupt einen Plan, eine Möglichkeit zum Frieden? Die Fronten sind verhärtet und beide Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber. Von Außen einzugreifen ist ebenfalls zu riskant, denn was soll nach Assad kommen? Die Islamisten? Der Westen hat sich wortwörtlich ins Knie geschossen. Erst wollte er Zeit gewinnen oder rechnete mit einem Sieg der Opposition. Doch er hat Pech gehabt und steht nun unter Handlungsdruck. Aber wie kommen wir aus dieser unvorteilhaften Lage wieder heraus? Eine gute Frage, doch eine Antwort hat derzeit wohl niemand. Das Leiden der Bevölkerung wird auf absehbare Zeit weitergehen.

Autor: Henri Koblischke

Hi, ich bin Henri und schon seit langem politikinteressiert. Da mir auch Schreiben Spaß macht, habe ich den Blog www.politicsgermany.com aufgebaut. Hier kommentiere ich mit anderen Interessierten die aktuellen Ereignisse in Deutschland, Europa und der Welt. Neben meiner Web- und IT-Affinität bin ich auch ganz analog als Geocacher unterwegs ;)

2 Kommentare

  1. Leider zu wahr. Erst Ägypten, dann Libyen und jetzt Syrien. Aber was lernen unsere Politiker daraus?

    Nichts!

  2. Hierzu ein schöner Artikel aus der FAZ.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html

    Ein bischen über den Tellerrand schauen hat noch keinem geschadet. Die Nachrichten bezügl. dem Konflikt sind oft sehr wiedersprüchlich. Was ist die Wahrheit, wenn es noch nicht mal eine Handvoll Presseagenturen gibt? Fast alle Medien schöpfen aus denselben Quellen. Ich denke, man sollte sich nicht an den kleinen Details festbeißen, sondern das Große ganze erfassen. Aus purer Nächstenliebe sind bis heute noch keine Kriege geführt worden. Es gibt andere Regime, die mehr auf dem Kerbholz haben als Syrien. Leider sind die Menschen in den Konfliktregionen immer die Leidtragenden.

    Warum legen syrische Haker die New York Times lahm? Das FBI warnt. Ist das wieder ein Hinterhalt der USA?
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-aussenminister-beraten-in-vilnius-ueber-militaerschlag-gegen-syrien-a-920922.html
    Verhindert dieses Foto (aus der NYT) der New York Times den Krieg gegen Syrien?
    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/09/verhindert-dieses-foto-denangriff-auf.html

    Es ist die Pflicht eines jeden Menschen gut informiert zu sein, damit man die richtigen Entscheidungen treffen kann.

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