Über Wahlplakate

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Jeden Menschen, der sie länger als drei Wochen ertragen muss, nerven sie. Wahlplakate sind jedoch nicht gleich Wahlplakate. Es gibt einige, die aus der Masse besonders herausstechen, im negativen Sinne: Sie nerven noch mehr. Doppelt schlimm kommt es, wenn sie auch keinerlei Aussage übermitteln. Doch auch sinnvolle Plakate sind zu finden.

Ein gutes Beispiel dafür geben SPD, Linke und die Piraten. Die SPD besticht (wie der Kanzlerkandidat) durch Klartext. Ebenso die Linke. Auch wenn diese noch eine gehörige Portion Populismus verwendet. Das klärt auf, egal was man von den Programmpunkten der beiden Parteien halten mag. Auch die Piraten können da locker mithalten, wobei deren Plakate auch noch besser gestaltet sind.

Für eine frisch gegründete Partei ist die AfD erstaunlich präsent und die Wahlplakate sind ebenfalls ordentlich. Für eine euroskeptische Partei ist dort erstaunlich wenig Eurokritik zu finden, sondern eher Banken- und Eurorettungskritik. Die Grünen arbeiten weit unterhalb ihrer Möglichkeiten. Man erinnere sich an den Landtagswahlkampf 2012, wo für die rot-grünen Spitzenkandidatinnen Kraft/Löhrmann mit den Worten „Schön, wenn Frauen wieder den Haushalt machen“ Werbung gemacht wurde. Im Moment haben sich die Grünen darauf verlegt, möglichst große Gesichter mit lahmen Sprüchen auf ein Plakat zu quetschen. Schade! Die FDP besitzt eine überaus neuartige Strategie: Schaffe die Fünf-Prozent-Hürde mit der minimalen Anzahl an Plakaten. Das ist dem Bürger gegenüber natürlich sehr rücksichtsvoll, doch ob es der Partei einen Nutzen bringt, wird die Zukunft zeigen.

Eine Partei fehlt noch. Diese eine Partei hat die absolut grauenvollsten Wahlplake von allen. Die CDU gibt sich erstaunlich viel Mühe, auch nur im Ansatz jeglichen Inhalt zu vermeiden. „Gemeinsam erfolgreich“ ist ja ganz nett. Ebenso „Deutschland ist stark. Und soll es auch bleiben“ und „Weil jeder zählt: Das Ganze im Blick“, doch eine inhlatliche Aussage ist nicht gegeben. In keinem der Plakate. Doch es kommt noch schlimmer: es gibt sogar CDU-Plakate mit der Aufschrift: „Schöner Urlaub“! Man merke sich, dass dafür Geld vom Steuerzahler fließt. Eine Schande für unsere politische Kultur.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die CDU die schlechtesten und inhaltslosesten Wahlplakte in diesem Bundestagswahlkampf aufhängt. Das passt zum ebenfalls möglichst inhaltslosen Wahlkampf der Kanzlerin. Doch schadet es der Demokratie, mit sinnlosen Phrasen zu erdrücken und keine inhaltliche Positionen preiszugeben. Vielen Dank Frau Merkel!

Autor: Henri Koblischke

Hi, ich bin Henri und schon seit langem politikinteressiert. Da mir auch Schreiben Spaß macht, habe ich den Blog www.politicsgermany.com aufgebaut. Hier kommentiere ich mit anderen Interessierten die aktuellen Ereignisse in Deutschland, Europa und der Welt. Neben meiner Web- und IT-Affinität bin ich auch ganz analog als Geocacher unterwegs ;)

Ein Kommentar

  1. Wahr, bissig und um Fairness bemüht…

    Doch der Wähler ist leidgeprüft, denn sobald die Plakate Wochen nach der Wahl von fleißigen Heinzelmännchen wieder abgehängt worden sind, heißt das Motto: „Nach der Wahl ist vor der Wahl“ und die gut geölte Maschinerie startet von Neuem.
    Besser wäre es, wenn die Lokalpolitiker unsere Steuergelder umschichten: in eine höhere Anzahl bürgernaher Aktionen, die lokal und konkret umgesetzt würden!

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