Mia san bedeppert

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Kaum hat die Partei aus dem Weißwürschtlland Erfolge zu verbuchen, schon hauen sie die dollsten Ideen auf den Tisch. Ähnlich schnell haben es sich nur Guido Westerwelle und Konsorten mit den Koalitionspartnern verdorben. Man muss schon Horst Seehofer heißen, um das zu überbieten. Sie wollen richtig unbeliebt werden, so dass keiner sie mehr Ernst nimmt? Einfach bei der CSU melden und beraten lassen. Aber was hat die bayrische Einheitspartei denn nun schon wieder angestellt?

Objektiv betrachtet ist dies geschehen: Ab dem Ersten dieses Monats dürfen Rumänen und Bulgaren in Deutschland arbeiten. Nun ist die Wahrnehmung eines CSU-Politikers aufgrund des übermäßigen Bierkonsumes gestört. „Arbeiten“ in Verbindung mit „Ausländern“ löst irgendeine unverständliche Schlussfolgerung aus, die besagt: Die wollen doch nur hartzen! Was man nett umschreiben könnte, haut die CSU in Stammtischrethorik auf den Kabinettstisch. „Wer betrügt, der fliegt“! Ein genialer Spruch, um sich beim von Vorurteilen durchsetzten Volk Lorbeeren abzuholen, aber ein dämlicher Spruch, wenn man in der Regierung sitzt und auch von anderen abhängig ist. Maut ade!?

Das Neue Jahr ist keine paar Tage alt und schon hat die CSU nach ihrer bei den Partnern nur mäßig beliebten Ausländermaut mit der Stimmungsmache gegen jene begonnen. Nun steht also die Arbeitnehmerfreizügigkeit auf Seehofers Abschussliste. Der findet aber auch immer was, wogegen er hetzen kann. Wofür stand noch gleich CSU? Genau: Christlich Soziale Union. Gut, Ausländerfeindlichkeit hat zwar nichts mehr mit christlicher Nächstenliebe zu tun, aber die Kirche ist schließlich auch nicht mehr das, was sie einmal war. Wirklich sozial ist die CSU auch nicht, siehe Seehofers Bossing gegenüber den eigenen Leuten.

Aber zumindest auf eins ist Verlass: Populismus gehört zur CSU wie die Bibel zum Papst. Doch das wirklich Erschreckende ist, wie rechts(-populistisch) sich die CSU zur Zeit gibt. Nicht nur mit Äußerungen wie „Wer betrügt, der fliegt“, nebenbei bemerkt vergleichbar mit Parolen der NPD, sondern auch durch Kritik an den Freizügigkeitsregelungen in der EU und teilweise der gesamten Institution Europa. Nur damit, frei nach Strauß, rechts der CSU keine Partei existiert? Da sollte sich aber mal einer schleunigst emanzipieren.

Das Problem ist aber, dass sich der sonst so selbstbewusste, ja gottgleiche Seehofer schon vor der Europawahl, die demnächst ansteht, anscheinend immens fürchtet. Und da versucht man natürlich mit allen Mitteln die Wähler für sich zu gewinnen. Halb Bayern wählt sowieso CSU, ergo ist grundloser Aktionismus sinnlos. Aber er scheint dort anzukommen.

In der CSU will oder kann man es nicht wahr haben, aber fest steht, dass die Freizügigkeit einen konkreten Nutzen für Deutschland besitzt. Demographischer Wandel? Da war doch was? Ja, auch im Freistaat wird die Bevölkerung schrumpfen. Wenn die Herren also auch in Zukunft am Stammtisch pöbeln wollen, dann sollten sie gut daran tun, die Freizügigkeit nicht zu torpedieren. Die Rumänen und Bulgaren von heute werden in ein paar Jahren ihre Rente bezahlen, es sei denn sie kommen erst gar nicht. Die „Willkommenskultur“, wie sie im Koalitionsvertrag angestrebt wird, nimmt die CSU-Spitze wohl doch nicht so ernst. So sägt man an seinem eigenen Baum.

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