Keine Koalition der Generationen

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Im Konkurrenzkampf des politischen Deutschlands buhlen die Parteien um die Gunst der Wähler. Jede will bestimmte Gruppen für sich gewinnen. Mütter, Arbeiter, Immigranten. Doch besonders wichtig sind die übergeordneten Kategorien Alt und Jung.

Gerade im ausbrechenden demographischen Wandel wird die Generation 60+ immer wichtiger. Bei der Bundestagswahl stellten sie ein Drittel der Wahlberechtigten. Mehr als doppelt so viel wie die unter 30-Jährigen. Das Geichgewicht ist schon jetzt bedenklich aus dem Ruder gelaufen.

Deutschland läuft in Gefahr eine Greisenrepublik zu werden, wo sich die Politiker vornehmlich über die Rente Gedanken machen, nicht über die Zukunft der späteren Generationen.

Diese Befürchtung bestätigt der Koalitionsvertrag. Im Mittelpunkt stehen vor allem Rentengeschenke, ein Wettlauf um die Gunst der Silberköpfe. Zwar will die Große Koalition die Kitas ausbauen, doch wirklich große Würfe, wie eine Reform der Familienleistungen, finden sich in den 185 Seiten nicht wieder.

Zwar versuchen die Parteien sich modern zu geben – überall rücken neue Köpfe nach – doch das ist nicht viel mehr als Augenwischerei. Es ist an der Zeit ehrlich zu sagen: Ja, uns sind die Alten wichtig, weil sie die meisten Wähler stellen. Die Jungen sind sekundär. Diese Bundesregierung ist keine Große Koalition der Generationen, sondern nur eine Große Koalition einer Generation.

Die jetzigen Zustände sind dem demographischen Wandel geschuldet, am Status quo lässt sich nichts ändern. Doch leider macht die Politik auch keine Anstalten sich aus der Abhängigkeit der Senioren zu befreien. Dabei ist keineswegs unbekannt, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Folgendes ist hilfreich:

  1. Eine flächendeckende Kinderbetreuung mit guter Qualität schaffen. Es nützt niemanden, wenn es zwar ausreichend Kitaplätze gibt, dafür aber zu wenig Erzieher oder unpassende Räumlichkeiten.
  2. Familie und Beruf unter einen Deckel bringen. Das ist leider immer noch Utopie. Die neue Sozialministerin Nahles hat schon recht, wenn sie eine neue Definition des Begriff „Vollzeit“ fordert.
  3. Eine mutigere Politik machen, die sich nicht nur an den nächsten Wahlen orientiert. Aber dieser Wunsch ist ja bekanntlich so alt wie die Demokratie, und immer noch nur ein Wunsch.
  4. Ein anderes Wahlrecht einführen. Eines, was Eltern die Anzahl ihrer Kinder als Extrastimmen gibt. Zweifellos revolutionär, doch es lohnt sich darüber nachzudenken. So wird mehr an die Zukunft gedacht. Das Gestern hilft Deutschland nicht, das Morgen schon.

Autor: Henri Koblischke

Hi, ich bin Henri und schon seit langem politikinteressiert. Da mir auch Schreiben Spaß macht, habe ich den Blog www.politicsgermany.com aufgebaut. Hier kommentiere ich mit anderen Interessierten die aktuellen Ereignisse in Deutschland, Europa und der Welt. Neben meiner Web- und IT-Affinität bin ich auch ganz analog als Geocacher unterwegs ;)

Ein Kommentar

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